TwIS – GIS
Auf den ersten Blick scheint es sehr sinnvoll, ein Geographisches Informationssystem (GIS) für einen Digitalen Zwilling zu verwenden – denn im Ökosystem haben alle Elemente einen räumlichen Bezug. Wo gibt es Grenzen?
- Ein GIS verwaltet im Allgemeinen ausschließlich Geoobjekte.
Die Erfassung von Objekten ohne Geometrie, wie das für die Abbildung des Ökosystems notwendig ist, ist aufwendig oder nicht vorgesehen. - Die Objektdefinition ist abhängig vom Geometrietyp.
Sollte ein Objekt mehrere Geometrien haben (z. B. eine Straße als Linie bzw. Fläche oder ein Schutzgebiet mit abweichenden Geometrien in verschiedenen Maßstäben), so wird dieses Objekt auch mehrfach verwaltet. Das widerspricht dem Grundsatz, dass 1 reales Objekt auch durch genau 1 Instanz abgebildet wird. Problematisch wird es dann, wenn Wirkbeziehungen zu erfassen sind oder Echtzeitdaten zugeordnet werden sollen (z. B. Messdaten zu den Straßen): Welcher dieser Instanzen des Objekts sind sie zuzuordnen? - Ein GIS ist nur rudimentär in der Lage, Verknüpfungen und damit Wirkbeziehungen zu verwalten.
Es gibt in einem GIS erstmal nur Layer (Feature), Verknüpfungen zwischen Layern sind nicht verfügbar. Über die Verknüpfung des GIS mit einer Graphendatenbank (zumeist Neo4J) soll dieses Manko beseitigt werden. Damit haben Sie dann zwei parallele Basissysteme, und ob dieses Konzept letztendlich auch Wirkbeziehungen im Ökosystem themenübergreifend und unabhängig von der Existenz einer Geometrie verwalten kann, ist zumindest fraglich. - Ein GIS ist statisch. Die Verwaltung von dynamischen Daten ist nur sehr eingeschränkt umgesetzt.
- Die Anbindung von Echtzeitdaten ist problematisch.
Im GIS können die Layer (Feature) um weitere Daten angereichert werden, die dann hierarchisch den Layer-Objekten zugeordnet werden. Diese Art der Echtzeitdatenverwaltung ist für einen Digitalen Zwilling praktisch ungeeignet.
Das TwIS ist optimiert für das Datenmanagement, die Abbildung von Systemen mit ihren Wirkbeziehungen, die Anbindung von Echtzeitdaten, Mess- bzw. Berechnungswerten. GIS sind prädestiniert für geografische Abbildungen, Visualisierungen und Auswertungen.